Pressekritiken
"Splitternackt"
Eine
Odyssee nach dem Gedächtnisverlust
GRAZ.
Am Zigarettenautomaten hat er das Bewusstsein verloren und irrt nun auf
Identitätssuche durchs Land. Die Odyssee des Grazer Kabarettisten Martin
Kosch lädt im Theatercafé zu einer blauen Reise in die hintersten
Hasenwinkel, wo der Sparmaßnahmen-Postfuchs samt Bürgermeister
im Lebensmittelladen Dienst verrichten. Bestens durchdacht, hochtourig in
Szene gesetzt, beißend witzig, ist Kosch mit „Splitternackt“
ein Glanz-streich gelungen, der als Draufgabe die letzten Tage aus „geheimen
Tagebüchern von Jörg Haider“ zitiert und Burschenschaften
den neuen Trend „Orangenhaut am Popo“ statt „Schmisse
im Gesicht“ verrät.
Kleine Zeitung, 15.04.2005, EWS
Martin
Kosch unterhält das Publikum im Theatercafe mit seinem irrwitzigen
Selbstfindungs-Trip bestens. Ein höchst unterhaltsamer Abend des Lokalmatadors.
Schräge Ich-Suche
In seinem neuen Programm zeigt sich Martin Kosch selbstvergessen und "Splitternackt".
Nach einem bizarren Gedächtnisverlust begibt sich der Lokalmatador
im Grazer Theatercafe auf eine sehr unterhaltsame Suche nach seinem Ich.
Kosch versucht nach dem Ausschlußverfahren mehr zu erfahren - nur
100.000 €, die er in der Hose findet ("Vielleicht bin ich ja ein
Schiedsrichter"), dienen ihm als Anhaltspunkt. Im Verlauf des irrwitzigen
Abends beweist er abermals Dialektvielfalt, schafft schräge Typen,
setzt originelle Pointen und unterhält mit ausgeprägter Mimik
ganz ausgezeichnet.
TS, Kronen Zeitung vom 14.04.2005
Pressekritiken "Lange Nacht des Kabaretts"
Die ganze Nacht durchgelacht
Vier Topkabarettisten und ein nimmersattes Publikum
Graz.
Einzeln
sind sie spitze, gemeinsam unschlagbar. Zum Wettlauf gegen die Zeit avanciert
„die Lange Nacht des Kabaretts“ im Theatercafe beim gnadenlos
genusssüchtigen Publikum. Klaus Eckel, Pepi Hopf, Martin Kosch und
Thomas Stipsits bringen als kabarettistische Nachtsterne Licht ins Dunkel,
parodieren das AMS-Arbeitslosen-Auffanglager, Stronach`s Erfolgsgeschichte,
Knastkünstler und den wahren Grund urzeitlicher Männertriebe.
Bestialisch gut, verdorben hintertrieben, genial ums Eck gedacht.
Bei der Premiere vermachte die eingeschweißte Viererbande ihren österreichischen
Kabarettförderpreis – Pokal der Heimatbühne „Hin &
Wider“.
Ehrenbürgerschaften für die grandiosen Gaukler !
Wer sonst küsst die Murmetropole a`la , Graz hat´s – faustdick´
so fiebrig wach ?
EWS- Kleine Zeitung- 09.02.2005
Live
dabei gewesen
Seit 1997 managt Thomas Tröbinger Die lange Nacht des Kabaretts und
hat dabei das eine oder andere kabarettistische Pflänzchen zum Erblühen
gebracht. Was anfangs ein Sammelsurium einzelner Programmauszüge junger
Nachwuchstalente war, hat sich mittlerweile zu einem perfektem Ganzen entwickelt,
wo die Talente jedes Einzelnen besonders zur Geltung kommen. Während
des Einen Stärke eher in der Mimik liegt, geizt der Andere nicht mit
pointierten Texten oder professionellem Entertainer-Gehabe angereichert
durch wahre musikalische Größe.
So erfolgreich jeder Einzelne auch mit seinen Soloprogrammen ist, so genial
sind die gemeinsamen Songs, Sketche oder Parodien. Mit einer derart jugendlichen
Leichtigkeit und Spritzigkeit fallen Klaus Eckel („Schlaraffenland“),
Pepi Hopf („Hopf.TV“), Martin Kosch („Endlich Nichtschwimmer“)
und Thomas Stipsits („Erbarmungslos“) über ihr Publikum
her, das sie in nur wenigen Minuten bedingungslos in ihrer Hand haben. Steirisch-Burgenländische
Urigkeit gepaart mit Wiener Schmäh aus Simmering und Döbling.
Natürlich steht und fällt die Schlagkraft ihrer Interaktionen
mit dem Publikum, so, dass Pepi Hopf mit akrobatischen Höchstleistungen
bis an die Grenzen seiner körperlichen Fähigkeiten geht. Wie wohl
er es als Kulisse bei nachgespielten Videos der Interaktion „Durchschauen
sie das Lied“ nicht wirklich einfach hat.
Der Weg zum Kabarett führt über das Arbeitsmarktservice! Vom Keller-Kabarettist-Kretin
de Souterrain zum Superstar. Durch bevor sich erste kabarettistische Erfolge
einstellen konnten, bedingten sich die Comedians als Sargträger am
Zentralfriedhof, Reifen-Chefmechaniker in der Jaguar-Box der Formula 1 und
später als Vierer-Bob-Fahrer im ersteigerten 2er-Bob von Ebay. Erst
durch 78 AMS-Kurse und Rückbildungskursen für Überqualifizierte
scheint der Weg frei für eine steile Kabarett-Karriere. Andere AMS-Erfolgsgeschichten
schrieben Promis wie Alfred Gusenbauer, Frank Stronach, Heinz Prüller
und Sepp Forcher, die allesamt ordentlich ihr Fett abkriegen.
Dass sie auch abseits des Skripts an Spontaneität nicht verlegen sind,
beweist am Schluss ein improvisierter Word-Rap mit Stichwörtern aus
dem Publikum. Nicht zu unrecht erhielten die „Glorreichen Vier“
im Vorjahr gemeinsam den Österreichischen Kabarettförderpreis
Karl oder schon früher der eine oder andere bereits Nägel, Schwäne
oder Vögel in Wien, Gmunden und Graz. Das neue Programm ist noch musikalischer
und runder geworden, alle vier schauspielerisch noch ausgereifter und alle
auf gleich hohem Unterhaltungsniveau. Wenn aus der jüngeren Kabarettszene
jemand Ruhm, Anerkennung und Ehre verdient, dann diese vier Protagonisten
der langen Nacht, die nie lang genug sein kann.
Klein & Kunst, 04.03.2005
Pressekritiken "Steirerabend im Spektakel"
Die Herren Kosch, Stipsits und Haider gaben, gemäß der Programmvorgabe,
ein rundum gelungenes frisch-saftig-steirisches Stelldichein. Während
Thomas Stipsits Kostproben aus seinem vielfach gelobten Programm „Erbarmungslos“,
das großteils in seiner Wahlheimat Südburgenland spielt, präsentierte,
machten seine Künstlerkollegen quasi bereits beste Werbung für
ihre herbstlichen Wienpremieren. Stefan Haider wie Martin Kosch gemeinsam
ist die Fähigkeit, die Zuseher so in den Bann zu ziehen, dass diese
ihre Fantasiereisen gerne mitmachen bzw. den Akteuren bei ihren teilweise
abenteuerlichen Kopfgeburten geistig hundertprozentig zur Seite zu stehen.
Sei es beim kompositorisch angelegten Ausflug in die kindliche Vergangenheit
(Haider) oder beim von Kosch sehr breit zelebrierten Gang in ein Adeg-Geschäft
im steirischen Niemandsland, wo aufgrund staatlicher Sparwut das Postamt
im ehemaligen Milka Tender-Regal untergebracht ist und der Bürgermeister
im Flaschenrückgabeautomaten seines doch eingeschränkten Amtes
waltet. Das Ganze erinnert an Großmeister Haders genialen Gedanken-Hochflug
in „Privat“ und ist somit als reichlich positiv zu werten. Was
das Publikum im Spektakel mit starker Akklamation des steirischen Trios
auch kundtat.
www.kleinundkunst.at
15.06.2005
Pressekritiken "Endlich Nichtschwimmer"
Pointenbad - Martin Kosch schwimmt sich frei
Gute zwei Stunden steht der junge Grazer Kabarettist auf der Bühne
im "Hin & Wider" ohne Erlahmungszeichen. Das Publikum im Theatercafe
kennt keine Gnade und fordert nach dem fulminanten Wort- und Witzschwall
"Endlich Nichtschwimmer!" Zugaben ein. Martin Kosch hat es in
sich: Nahtlos erzählt er mit charmantem Schmäh von sich und seiner
nächsten Umgebung, baut Pointen ein, deren Wendungen unerwartet sind,
strickt aus dem Flöten-Kurs in Kindertagen den Leitfaden durch sein
neues Programm und zieht die amüsierten Zuhörer mit in den Planschbeckenstrudel
eines Verlierers, der nicht länger auf der Nudelsuppe durchs Leben
schwimmen will. Da ist ein Talent mit Zukunft am Zug
Kleine Zeitung, 16.01.2003
Pointen aus dem Schwimmbecken
Geplagt von seinem Kindheitstrauma, in Leopold mozarts Kindersinfonie immer
den Einsatz des Kuckucks zu verpassen, schwimmt Martin Kosch derzeit im
Grazer Theatercafe durch den ersten Teil seines neuen Kabarettprogrammes
"Endlich Nichtschwimmer !". Nach erfolgreicher Bewältigung
dieses fundamentalen Problems, besteht der zweite Teil hauptsächlich
aus den verzweifelten Versuchen des Spaßmachers, einen Delfin namens
Erich loszuwerden. Dabei bedient sich der Entertainer verschiedener deutscher
und österreichischer Dialekte und kann mit einer Reihe gelungener Imitationen
von Prominenten aufwarten, wobei er besonders in der Rolle des Sportreporters
Sigi Bergmann aufgeht. Mit diesem Programm ist dem Kabarettisten ein durchaus
unterhaltsames, mit überraschenden Wendungen gepicktes Programm gelungen
Kronen Zeitung, 16.01.2003
Premierenbericht
Martin Kosch "Endlich Nichtschwimmer!"
Auf der Blockflöte: Martin Kosch!
Martin Koschs musikalisches Talent endet dort, wo sein Kindheitstrauma beginnt:
Nämlich beim Kuckuck-Einsatz in Mozarts Kindersymphonie. Vor lauter
Aufregung kollabierte Klein-Martin noch vor seinem Einsatz beim Schulkonzert.
Das war in der dritten Klasse Volksschule. Seitdem überschattet der
Kuckuck in allen möglichen und unmöglichen Situationen Koschs
Dasein.
Taktgefühl gefragt!
Oder anderes gesagt: Der chaotische Kabarettist kriegt einfach nicht das
richtige Timing hin. Sowohl beim Blockflöte spielen, als auch sonst
im Leben. Ersteres verfolgt ihn kurioserweise bis auf stille Örtchen:
Der pikierte Kuckuck erscheint Martin Kosch leibhaftig und erbost sich über
dessen musikalische Fehltritte.
Sag niemals nie...
Martin Kosch wird das lästige Federvieh erst los, als ihm in besoffenem
Zustand endlich doch der musikalische Knopf aufgeht. Selbiger Rausch sollte
ihm später noch einen anhänglichen Delphin namens Erich im eigenen
Garten bescheren. Aber das ist eine andere Geschichte...
Es hat sich ausgeschwommen.
Das Treffen des Kuckucks mag für Außenstehende wie eine Lappalie
erscheinen, doch für Martin Kosch bedeutet es: Das Dahinschwimmen,
das Herumgrundeln, das ziellose Plantschen hat ein Ende. Kurz gesagt: Endlich
Nichtschwimmer!
Höhen & Tiefen des Alltags
In seinem skurrilen Alltag mit kleineren und größeren Problemen
beweist sich der Kabarettist außerdem als Dolmetscher Ostdeutsch-Steirisch,
mobiles Delphintaxi, Besitzer eines alten müden Clowns und imaginärer
Geheimagent: "Mr. Kosch, unser Land wird vom schlechten Humor bedroht".
Dem wird wahrlich Abhilfe geschaffen!
Internetportal www.kabarett.at
Pressekritiken "www.jesus.com"
Der Welten Rettung: Die Missionare
Graz. - Verstehe das noch einer? Da wollen zwei reich werden, retten stattdessen
jedoch die Welt! Und das in einer megakapitalistischen, dem Egoismus frönenden
Periode des Weltenlaufs! Die beiden Grazer Kabarettisten Martin Kosch und
Stefan Haider zeigen bei Hin & Wider im Grazer Theatercafé, wie
das gelingen könne . . . Weil sie sich - anders als jene, dies‘s
durch Volkes Auftrag sein sollten - als Missionare von anderen Orts betraut
fühlen. Plakatives und Hintergründiges wechseln sich fulminant
und unglaublich witzig ab - abseits jeglicher Comedy, aber diesseits des
Komödiantentums. Ein Abend für Anti-Zeitgeist-Pioniere.
EGG
Kleine Zeitung, 03.05.2002
Unterhaltsames Weltenretten
Martin Kosch und Stefan Haider sind heute, Samstag, zum letzten Mal im Grazer
Theatercafe mit ihrem Kabarettprogramm "www.jesus.comm" zu erleben.
Vom Weltgeist per SMS beauftragt, die Weisheit vom Sinn des Lebens weiterzusagen,
liefern die Spaßmacher (gegen ihren ausdrücklichen Willen) Pointen
beinahe im Sekundentakt. Ihr Kreuzzug nimmt seinen Ausgang in einem Knittelfelder
Bunker und führt die Missionare über eine Hamburger Hafenkneipe
hin zum schlechtesten Kabarettisten der Welt wieder zurück ins ausverkaufte
Theatercafe. Dabei wird unter anderem über das Leben, Gott, Beziehungen,
über Synchronschwimmen, und Curling in Doppelconferencen pointendurchsetzt
reflektiert. Das Gag-Gewitter erweist sich indes auch als wenig zielgerichtet
und geht fast ausnahmslos über jedem prominenten Österreicher
nieder. Empfehlenswert für jene, die den Sinn des Lebens noch nicht
kennen.
Kronen Zeitung, 04.05.2002
Pressekritiken "Besuchszeit"
Dauerredner zu Besuch. Ein Maniker hält sein Publikum
in Schwung
"An Redeschwall und Einfallsreichtum mangelt es Martin Kosch
nicht. Unerschöpflich scheint das Repertoire, mit dem der
Gewinner des "Gmundner Kleinkunstschwans" während seiner
"Besuchszeit" unterhält. Im Pointen Ping-Pong liefert ein
Stichwort das andere. Von der doppelbödigen Ausländerparole "Wir
wollen mehr Rechte" bis zum "Proletentoaster" im Sonnenstudio
grast das Jungtalent alles ab, was einem
Kabarettisten unter die Sense kommen kann. Dabei landen auch lila Kuhfladen
auf blauen Westen(thaler).Kuschen tut Kosch nicht. Ein bemerkenswert ehrgeiziger
Unterhalter, der Reden als Therapie und den Speakerscorner Bühne zum
Lufblasen in geschlossener Gesellschaft und als Talentschuppen nutzt.
Ohne Kalkül, dass Manie zur Mittelohrentzündung beim Mithörer
führen kann."
Kleine Zeitung , 18.01.2001
Lustige "Besuchszeit" bei Martin Kosch in Jagerberg
Auf Einladung des Kulturvereins "Team Creativ" Jagerberg präsentierte
Martin Kosch sein pointenreiches, originelles, satirisches und hintergründiges
Kabarettprogramm "Besuchszeit" im vollbesetzten G'wölb-Café
"Kenn I Di?"
In bewährter Stand-up-Comedy-Manier (ein leere Bühne, keine Requisiten
- nur das Gesprochene zählt) brachte Martin Kosch seine Lebensphilosophie
sehr unterhaltsam zu Gehör. Dazu begab er sich fiktiv zur Therapie
in eine Anstalt ("von elf Mitgliedern der Therapiegruppe waren fünf
Kabarettisten und sechs AHS-Lehrer") und holte sich das Publikum zur
"Besuchszeit" ins Haus. Bei seinen Betrachtungen stiegen Kirche,
FPÖ, Lehrer, Ikea, die Schlager-Schnulzen-Szene und einige mehr ziemlich
"schlecht" aus. Auch der typische Österreicher (hoch verschuldet,
zeckengeimpft und "des moch ma morgn"-veranlagt wurde durch den
sprichwörtlichen kabarettistischen Kakao gezogen.Piercing hält
Kosch für einen geistigen Rückfall in die Eisenzeit, den Leichenschmaus
bei McDonald's bezeichnet er als "Schwarze Wochen" und bestürzt
ist Kosch darüber, dass die Frauen von heute nicht mehr richtig Wäsche
waschen können - die Oberteile reichen nämlich alle nur mehr bis
zum Bauchnabel. Neu war auch, dass Ikea Graz extra für's benachbarte
Ausland errichtet wurde: IKEA - Ich kaufen ein Austria. Zufrieden mit dem
sehr unterhaltsamen Abend konnte nicht nur das Publikum, sondern auch das
Team Creativ sein.
Bildpost , 17.03.2002
Ein Dauerredner im Einsatz
Quasselstrippe M. Kosch macht vor keinem Thema halt
Bludenz (AR)
Wortgewandtheit und dialektische Rollenspiele, reichlich bestückt mit
treffsicheren Pointen, zählen zu seinen absoluten Stärken. Die
Rede ist von Martin Kosch, der vergangenen Donnerstag in der Bludenzer Remise
eine "umwerfende" Kostprobe seines kabarettistischen Könnens
bot.
Als Student der technischen Theologie stellt er sich gleich zu Beginn des
Abends die Frage "Warum heißt ein Italiener Franz und nicht Francesco
von Assisi?" Im rasanten Pointen-Pingpong landete einer seiner "scharfen"
Würfe geradewegs in einem Therapiezentrum für psychisch angeschlagene
Kabarettisten und Lehrer.
Logische Antworten
"Besuchszeit", wie auch der Titel seines neuen Programms lautete,
war angesagt, und die nutzte der En-tertainer, um sämtliche Themenbereiche
der Menschheit humoristisch von allen Seiten zu durchforsten. Fragen wie
"Warum gab Gott seinen Sohn zu Pflegeeltern? Gab es im Himmel wirklich
Brainstorming vor der Schöpfung, oder gibt es eine Rückführung
in das frühere Leben, beantwortete Martin Kosch "einleuchtend"
und stellte damit aberwitzige verbale Querverbindungen her.
Zum Thema "Klonen"
Wortspiele wie die Neudefinition von Bodypiercing als Rückführung
in die "Eisenzeit", die Beschreibung der Gezeiten in einem Wasserbett
oder die Schilderung eines Einkaufssamstags bei Ikea endeten in schallendem
Gelächter und spontanen Beifallskundgebungen des Publikums.
Der unermüdliche Redeschwall von Martin Kosch wurde lediglich während
der zwanzigminütigen Pause vorübergehend gedämmt. Denn dann
ging es knüppelhart weiter. Zum Thema Klonen glänzte Martin Kosch
mit dem grandiosen Einfall, sich selbst diesem biologischen Experiment zu
unterziehen, um wenigstens mit den eigenen Problemen nicht alleine zu sein.
Fataler Irrtum
Den Schlusspunkt setzte der Parodist mit der Aufdeckung des fatalen Irrtums,
dem die Zuschauer während der abendlichen Darbietung unterlagen, nicht
in einem Therapiezentrum, sondern in einer geschlossenen Anstalt auf Besuch
gewesen zu sein.
Vorarlberger Nachrichten , 11.04.2002
Pressekritiken
"Endstation"
Eine solide Wuchtel lässt sich halt durch nichts ersetzen
Der "Gmundner Kleinkunstschwan" ging in diesem Jahr nach Graz.
Martin
Kosch heißt der verdiente Gewinner des heurigen Kabarett-Nachwuchs-
Wettbewerbes.
GMUNDEN. Es war im Grunde die Wiederaufnahme des diesjährigen
Finales um den Grazer Kleinkunstvogel. Im Gmundner Titelkampf um
den besten Nachwuchskabarettisten trafen die Favoriten der steirischen
Vorbildveranstaltung noch einmal aufeinander - und konnten das Grazer
Ergebnis prompt umdrehen. Der Gewinner des Kleinkunstvogels 1999,
der Tiroler Alexander Kröll, musste sich im Gmundner Stadttheater klar
dem steirischen Hoffnungsträger Martin Kosch (26) geschlagen geben.
Der BWL-Student überzeugte nicht nur die Experten-Jury, sondern konnte
auch den Publikumspreis einfahren.
Die sieben Teilnehmer hatten es heuer nicht gerade leicht, denn erstmals
wurde der der Wettbewerb nicht im heimeligen Kulturcafe Villa Lehmann
ausgetragen, sondern in der vollen Zuschauerkulisse des ehrwürdigen
Theaters. Alleine die hier notwendige Bühnenpräsenz ließ
einige der mutigen
Teilnehmer scheitern. Ansonsten erwies sich auch heuer wieder: Im direkten
Aufeinandertreffen scheint das geradlinige Schmähführen einem
subtileren
Humor immer noch haushoch überlegen zu sein. Gegen solides Wuchtel-
reißen hat eben der bestgemeinte Intellektuellenwitz kein Leiberl,
und so
soll es in der Kleinkunst ja auch sein.
Mit staubtrockener Unkekünsteltheit spielte der Sieger seine Konkurrenz
Jedenfalls an die Wand.
Mutterwitz der gar nicht harmlos ist
So ungekünstelt allerdings, dass es schon wieder eine Kunst ist. Denn
so
Erdig und unbefangen der Mutterwitz von Martin Kosch auch erscheint,
er ist alles andere als die spontane Witzigkeit eines Naturtalents. Die
scheinbare (?) Unbeholfenheit des jungen Mannes auf der Bühne, die
völlige Absenz jedes Körper- und Mienenspiels täuschen nur
allzu leicht
darüber hinweg, dass seine Ausführungen perfekt organisierte Gebilde
sind.
Da folgen in einem vorgeblich planlosen Geplauder die Pointen einem perfekten
Timing, da werden Spannungsbögen kunstvoll aufgebaut und in überraschende
Wendungen übergeleitet, da werden Fallen gelegt und aberwitzige Quer-
Verbindungen hergestellt, kurz, Strukturen hergestellt, die den Zuseher
Unversehens in ihren Bann ziehen. So war es auch kein Zufall, dass Martin
Kosch von allen sein Publikum am souveränsten in der Hand hatte.
"Endstation" heißt das Programm des Schwan-Siegers, das
er bislang nur
in kleineren Kreisen zum Besten gegeben hatte. Es handelt sich um die schein-
bar oberflächliche Erzählung eines jungen Mannes von seiner Jugend,
vom
Studieren, und von seinem Zivildienst in der Altenbetreuung - der Endstation.
Aber das alles sind nur Aufhänger. Martin Kosch verliert sich hoffnungslos
Im grotesken Labyrinth seines Mitteilungsbedürfnisses, er schweift
aus und
Vollzieht Zeitsprünge um am Ende doch immer wieder in den gleichen
Bildern
Zu landen: Alte Menschen etwa, die den Tod vor Augen haben. Oder Post-
Bedienstete, die an der Form des Dreiecks mental zerbrechen. Verstehe das,
wer
Will, schaurig schön sind solche Bilder allemal.
Bleibt zu hoffen, dass Martin Kosch seine Gmundner Trophäe als Sprungbrett
Für eine Kleinkunstkarriere benutzen kann. Von den Siegern der vergangenen
Jahre sind einige ja wieder in der Versenkung verschwunden. "Endstation"
hätte
Alle Voraussetzungen für einen großen Einstieg."
Edmund Brandner, Salzkammergutzeitung
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